Philippe Stutz - Geniessertreffen

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Sonntag 25 June 2017
Knut Schwander

Philippe Stutz ist ein entschlossener Träumer von überschäumender Kreativität und hervorragender Kommunikationsfähigkeit. Von Beruf zuerst Mechaniker, dann Erfinder von Maschinen und nun seit kurzem Goldschmied zeigt dieser Mensch des Theaters grosses handwerkliches Geschick und begeistert sich für alles. Er vertraut uns seine aufregenden Projekte bei einem Glas Luzerner Weins an.

Philippe Stutz ist ein entschlossener Träumer von überschäumender Kreativität und hervorragender Kommunikationsfähigkeit. Von Beruf zuerst Mechaniker, dann Erfinder von Maschinen und nun seit kurzem Goldschmied zeigt dieser Mensch des Theaters grosses handwerkliches Geschick und begeistert sich für alles. Er vertraut uns seine aufregenden Projekte bei einem Glas Luzerner Weins an.

« Dort wird meine Werkbank sein », freut sich Philippe Stutz mit leuchtenden Augen und sicheren Gesten. Weil er sie dort schon sieht, wo andere nur einen leeren Raum sehen, der im Umbau ist, mit aufgerissenem Parkett und gräulicher Decke. Philippe hat aber schon alles vorgesehen : eine Wand in Schwarz, eine andere in Weiss, das grosse Foto mit Goldschimmern, das ein befreundeter Künstler genommen hat, und der antike Kronleuchter mit funkelndem Kristall. Das ist der Ort, wo bald die neue Luzerner Arkade  des 37-jährigen Goldschmieds eröffnet wird, der einen erstaunlichen Werdegang hat.

Es ist quasi, als wenn alles schon gemacht wäre. « Ich werde übrigens alles selbst fertigen », fügt der dynamische, junge Unternehmer und Kunsthandwerker hinzu, der schon Bühnenbilder geschaffen hat und sein eigenes Haus gebaut hat! Das ist wahrscheinlich das beste Mittel sich ganz und gar sein zukünftiges Geschäft-Atelier und seine zukünftige Galerie im Zentrum von Luzern anzueignen. Ein ungewöhnlicher Ort der Erneuerung, der dem Familienunternehmen, das Philippe gerade übernommen hat, eine neue Existenz verspricht.

Mit 32 Jahren erlernt er den Beruf des Goldschmieds...

Stutz Goldschmied existiert seit 40 Jahren in Luzern. Es ist Peter Stutz, der das Unternehmen ganz in der Nähe des Sees und der berühmten Holzbrücke gegründet hat. Als er dabei war für sein Unternehmen einen Nachfolger zu finden, hat sich auf einmal sein Schwiegersohn Philippe präsentiert, um es zu übernehmen. Der einzige Nachteil war das Philippe nicht Goldschmied sondern Techniker am Institut Paul Scherrer, dem Forschungsinstitut für Natur- und Ingenieurwissenschaften, war...

Aber wenn man Liebe verspürt, zählen die Zeit und Anstrengungen nicht. Und Philippe war vom Beruf des Schwiegervaters fasziniert. Also hat er sich ins Zeug geschmissen: « Meine Frau Jasmin und ich waren gerade in unser neues Haus eingezogen. Sie hat mich ohne zu zögern unterstützt und so sind wir wieder nach Luzern umgezogen, wo ich die Lehre als Goldschmied angefangen habe, mit 32 Jahren ». So ist er eben, Philippe: Nichts und niemand widersteht ihm.

... und entdeckt den Wein

Der Beweis : Nachdem wir angestossen hatten, während wir gemütlich auf den Bänken des « Lapin » sassen, dem Restaurant des Hôtel de la Paix in Luzern, ruft er auf einmal den Chef, den er zum ersten Mal sieht : « Ich muss dir unbedingt meine Schwester vorstellen. Sie macht aussergewöhnliche Weine, die muss man einfach probieren... », das Ganze mit dem ernsthaften, aber entschlossenen Blick, der gleichzeitig träumerisch und leidenschaftlich ist. Sie werden es erraten haben: einige Schlucke Terzett 2015 später, ein süffiger Pinot Noir von Toni Oettiger in Kastanienbaum an den Toren der Stadt, und schon war die Sache abgemacht.

Wein hat Philippe mit seinem Schwiegervater und Martin, seinem Lehrmeisterin Solothurn, schätzen gelernt. « Es ist faszinierend, wenn man die Kenner von den Farben, den Aromen und den Eigenschaften eines Weins sprechen hört », erklärt er. Der Wirbel der Umzüge und der Berufswechsel haben ihm noch nicht erlaubt sich einen Keller anzulegen, aber das hindert ihn nicht daran sich für Weinverkostungen zu interessieren, vor allem durch seine Schwester, die Wein zu ihrem Beruf gemacht hat.

Geschichtenerzähler, Juwelier und geborener Botschafter

Sie heisst Ilona Thétaz. Zusammen mit Delphine Dubuis hat sie « Ozenit – Cave ensoleillée depuis 2013 » in Granges im Wallis gegründet. Und Philippe begeistert sich für ihr Projekt genauso wie für sein Eigenes ! Obwohl er genauso wenig Weinhändler wie noch bis vor kurzem Goldschmied ist, ist er dennoch der beste spontane Botschafter geworden. So hat er, als ob das nichts wäre, Ozenit schon bei einigen der besten Adressen in Zermatt platziert, wo er gern seine Ferien verbringt: « Ich spreche mit den Leuten. Immer. Aber am Ende macht die Qualität den Unterschied aus ». Die Qualität des Gesprächs, des Weins oder des Schmucks, zum Beispiel.

Denn wenn er auch ein geborener Geschichtenerzähler ist, so ist Philippe niemals oberflächlich: « Ich will, dass jedes meiner Schmuckstücke unabhängig von seinem Preis eine wahre Geschichte erzählt ». Zu diesem Zweck zögert er nicht, sich an der Quelle zu informieren: « Wir sind nach Sri Lanka gereist, um die Minen zu besuchen und die Arbeiter zu treffen, denn so weiss ich, woher die Edelsteine kommen », erklärt er.

Besser noch : Seine Vorgehensweise wendet er auch auf seine zukünftigen Kunden an. Damit sie ihrerseits die Schmuckstücke, die er für sie herstellt, besser verstehen und sich aneignen können, denkt Philippe über ein Mittel nach, das sie konkret am Entstehen der Stücke teilnehmen lässt... Genauso wie er seine Arbeiten an dem Geschäft unternimmt oder sein Haus baut. Weder Holz, noch Stein, Metall ... oder Wein widerstehen seiner Lebensfreude.
 

 

www.goldschmied-stutz.ch

#swisswine