Nena Savioz-Woreth - Geniessertreffen

Artikel
Freitag 29 September 2017
Knut Schwander

Die Lausannerin Nena Savioz-Woreth ist stolz auf ihre ländlichen Wurzeln und Stylistin in Paris. Mit ihrer Taschenmarke, Heidi’s, deren Basic-chics auf drei Kontinenten vertrieben werden, wird sie bei Swiss Fashion Point in Genf dabei sein.

 

Eine Begegnung zwischen fröhlichem Lachen und einer Lebensgeschichte ohne Selbstgefälligkeit, im Weinkeller und auf der Terrasse des Restaurants Le Moulin de Cugy.

Nena hält sich nie unbemerkt irgendwo auf. Obwohl sie beim ersten Kontakt eigentlich eher gesittet und zurückhaltend ist, hat sie die natürliche Eleganz und Ausstrahlung eines Filmstars der 50er Jahre. Eine solche Präsenz, dass die Kunden des Moulin de Cugy sich an diesem schönen Sommerabend nach ihr umdrehen.

Nena, in ihrem weissen Kleid und mit einem Haarknoten auf andalusische Art, bemerkt sofort die Feinheit des Chardonnay « La Colombe » von Raymond Paccot, der als Aperitif ausgewählt wurde: « Mein Grossvater hatte einen Weinberg im Wallis.  Als ich jung war, habe ich dort im Weinberg und auf der Alpe jeden Sommer verbracht. Mir bleibt eine tiefe Beziehung, eine Art Liebe zu dem Weinberg, den Bergen und zu einer Form von an die Umgebung gebundene Freiheit, die sie in meinen Augen repräsentieren.

Diese unerwartete Bekenntnis kommt von einer in Paris etablierten Stylistin, die im Jahr 2000 ihre eigene Taschenmarke geschaffen hat. Heute werden ihre Taschen nicht nur in dem eleganten Geschäft Bon Marché in Paris verkauft, sondern auch in schicken Boutiquen, in den USA, in Hongkong und in Japan per Internet auf der Webseite www.heidis.fr. Der Name ihrer Marke, Heidi’s erinnert deutlich an die Verbindung zur Schweiz und zu den Alpen. In der Schweiz findet man übrigens die Taschen der Marke Heidi’s vom 28. September bis zum 1. Oktober beim Swiss Fashion Point in Genf.

 

Schlichte Kreationen, die der Zeit standhalten

Ihre Kreationen? Einfach gestaltete, in gewisser Hinsicht minimalistische Taschen, die der Mode nicht folgen wollen, aber ihren eigenen Basistrend verkörpern: « Ich gestalte, was mir gefällt », resümiert die Stylistin. « Ich visiere immer das Einfachste in Form von begrenzten, geometrischen, auch praktischen Serien an, die der Zeit standhalten ». Unter ihren treuen Kunden befinden sich Isabelle Nanti (Tatie Danielle, Die Zeitritter, Mission Kleopatra, Die fabelhafte Welt der Amélie...), die den Serien von Nena folgt und sie seit Beginn kauft.

Die Sammlung in diesem Herbst beinhaltet Pelz. Nein, keinen Nerz und keinen Persianer! Helvetischer Nostalgie getreu geht es um Schaf-, Ziegen- und Kuhfell, die ausgewählt worden sind, um der leidenschaftlichen Fantasie derjenigen Genüge zu tun, die sich selbst nicht ohne Humor als eine Art « Zigeunerin des Luxus » beschreibt.

Als Kind einer Walliser Mutter und eines spanischen Vaters ist Nena Savioz-Woreth in Palma in Mallorca geboren. Ihre Kindheit und jungen Jahre hat sie in Lausanne verbracht, wo sie auch ihre Ausbildung absolviert hat. Sobald sie ihr Abschlussdiplom erhält, begibt sie sich direkt von der geisteswissenschaftlichen Fakultät ins Studio Berçot, die beste Pariser Modedesignschule seit 1954. Dort wird der Traum wahr: das Universum der Haute Couture.

Sie geht zu Montana, Paco Rabanne, Thierry Mugler. « Aber ich war zu exzentrisch und das war nicht gut angesehen », stellt Nena fest. Ihr wird klar, dass die einfache Ausführung von Näharbeiten absolut nicht faszinierend ist: « Ich hatte den Eindruck eine Kellerassel zu sein », versetzt sie mit diesem kommunikativen Lachen, das ihre Rede begleitet, auch wenn es darum geht schwierige Situationen zu beschreiben : « Das hat mich abgestossen. Das war wirklich nichts für mich ».

Sie war enttäuscht, aber nie ohne Ideen und wandte sich so dem Film als Näherin oder Stylistin zu. Sie hat ebenfalls einige Werbekataloge geschaffen und an Dreharbeiten als Kostümbildnerin für M6 teilgenommen. Ihr Pariser Haus diente übrigens als Drehort! Man muss dazu sagen, dass der Ort etwas Ungewöhnliches und Magisches hat: eine alte zu einem Loft umgebaute Scheune, wo Grünpflanzen gedeihen und Katzen sowie die drei Töchter von Nena ihren Platz finden und sich entfalten.

Dort hat sie auch ihre Werkstatt untergebracht, nämlich in einem vollständig verglasten Raum, einer Art Wintergarten voller Poesie, Zeichnungen, Ledersorten und Accessoires. Und dort hat sie im Jahr 2000 vor allem auch Heidi’s lanciert.

 

Die Magie des Ortes

Ein magischer Ort also, genauso wie  der Keller des Moulin de Cugy. Er befindet sich in den alten Steinmauern der ehemals authentischen Mühle und ist heute in ein helles, freundliches und modernes Restaurant integriert. Die Besonderheit dieses Kellers ist, dass man ihn besichtigen und entdecken kann. Die Kunden werden nämlich dazu aufgefordert darin herumzustöbern und ihre Flasche(n) auszuwählen, ein originelles Konzept. Wie der Traum von Nena: die Schaffung hier in der Schweiz einer Bauernhofboutique, wo sie Kleidung und Accessoires verkaufen würde, die von denen der ehemaligen Bauern inspiriert sind, aber ohne die kitschige Seite, sondern in einer wesentlichen, lange währenden Ausgabe.

An diesem Abend trifft Nena die Wahl eines Cayas von Jean-René Germanier: « Das ist genau die Art Wein, die ich liebe. Er schmeckt nach Bergen und erinnert mich an die Epoche, wo ich Toto Morand kennen gelernt habe, den Gründer von Pomp it up, einen Walliser au seiner Winzerfamilie ».

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