Léonard (The Voice) – Geniessertreffen

Artikel
Donnerstag 10 Oktober 2019
Pamela Chiuppi

Wie schön Léonard, Halbfinalist von the Voice Frankreich, im Café de la Fonderie  wiederzutreffen, nach dessen Meinung es sich um «die beste tendenzielle Adresse der Freiburger Gastronomie» handelt.

Legende Selfie : Léonard Gamba, Pamela Chiuppi, Léonard (The Voice), Benoît Waber​

Lampenfieber, sagt Ihnen das was ? Dann stellen Sie sich mal vor, dass dies das erste Gefühl war, welches mich am Tag X  beim Interview mit Léonard im Café de la Fonderie bei Ben und Leo überwältigt hat. Bei « The Voice : la plus belle voix » 2019 hat der Künstler Mika und Julien Clerc sowie zahlreiche Fernsehzuschauer in seinen Bann gezogen, bevor er mit dem älteren des Teams den Weg bis zum Halbfinale gegangen ist. Die Persönlichkeit von Léonard hat mich tief beeindruckt. Seine Leidenschaft für Musik entspricht meiner, genauso wie das grundsätzliche Bedürfnis einer Kohärenz zwischen seinem künstlerischen Universum und den gewählten Stücken und Episoden für die Sendung. Eine solche Sensibilität konnte nicht nur musikalisch sein...

Eine Generation leidenschaftlicher Virtuosen

Ich hatte Lust Léonard zum Plaudern bei den «Kochmützen» Benoît Waber (Top Chef) und Léonard Gamba zu treffen. Das Café de la Fonderie, 14 Punkte im GaultMillau, bietet ein schlichtes Design im Stil eines Lofts, praktisch ohne Trennwände mit Tischen aus rauhem Holz, die zur Geselligkeit beitragen. Die einzigen Behänge sind die Segeltücher an der Decke, die die Gäste vor der hoch stehenden Sonne schützen. Auf einer Seite des Saals befindet sich eine Boutique von Designern, die die industrielle Atmosphäre vervollständigt und wenn das Ambiente auch gedämpft ist,  gefällt diese Optik unserem Gast. 

Kaum ist Léonard eingetreten, begrüsst ihn das Personal. Er hat zur Gewohnheit eine bewusste Wahl zu treffen. Eine Suche nach Authentizität, die bei den Personen in den Dreissigern und den folgenden Generationen sehr präsent ist. Eine entspannte Diskussion entwickelt sich schnell, während die Karte uns verlockend ansieht. Die kleine Karte am Mittag ist ideal für Geschäftsessen und Liebhaber können auch die grosse Karte wählen, denn alle Gerichte werden im gleichen Saal serviert. Allein beim Lesen des Angebots der Karte läuft uns das Wasser im Munde zusammen! Als Vorspeise wählt Léonard einen üppigen Salat der Saison und ruft dabei aus: « Mit den letzten Erdbeeren!» Als Hauptgang entscheiden wir uns für den Tagesteller, eine vielversprechende Lachsforelle. Es ist an der Zeit anzustossen, um die Häppchen, eine Panna Cotta mit einem Pesto aus gerösteten Haselnüssen, die ein perfektes geschmackliches Gleichgewicht bietet, zu begleiten. Die Ästhetik bestimmt das Tempo, was die folgenden Gerichte betrifft. Eine göttliche Explosion von Geschmacksvarianten, die so unbeschreiblich sind, dass sie dazu einladen sie persönlich zu erleben! Ein solches Expertentum in Wesen von so grosser Demut. Hut ab!

Die Gastronomie, ein Beruf des Herzens

Léonard liebt Wein, den er vor ungefähr einem Jahr kennen gelernt hat. Das trifft sich gut, denn die Karte von Ben und Leo präsentiert neben den ausländischen Weinen 5 der Schweizer Regionen. Léonard bestellt ein Glas Cana 2018 von der Cantina Settemaggio, IGT svizzera italiana (Sauvignon Soyhières, Merlot), wobei er präzisiert, dass für ihn «ein Weisswein leichter zu erkennen ist.» Zum Fisch nimmt er einen spanischen Lalama, den er exzellent findet, «ein bisschen zu kräftig für Fisch, aber er würde perfekt zu Fleisch passen». Da ich eine Liebhaberin von Biodynamik bin, neige ich zu einem Glas Prestige 2016, Le Petit Château, Vully AOC (Chardonnay, Sauvignon Blanc) zur gesamten Mahlzeit. «Eins meiner bevorzugten Weingüter!», bestätigt mein Gast.

Um die Welt der Arbeit kennen zu lernen und seinen Einfallsreichtum zu «strukturieren», hat Léonard in mehreren Restaurants gearbeitet, bevor er die Servierschürze im Restaurant Les Trentenaires in Freiburg trug, ein Lokal, das dem Bier den grössten Platz einräumt. Danach hat er die Welt der Önologie entdeckt, als er bei der Weinbar Le Talkwine gearbeitet hat. Diese Erfahrung hat es ihm erlaubt seine unersättliche Neugierde zu befriedigen, indem er eine Ausbildung bei Gastro Freiburg in Schweizer Weinen gemacht und die Sprache des Weins gelernt hat, um seine Wahrnehmung der Geschmacksrichtungen und der Beschaffenheit zu definieren. Er neigt unter anderem zu den Weissweinen von Vully, wie dem aussergewöhnlichen Chasselas der Familie Simonet des Weinguts Domaine Le Petit Château et le Cru de l’Hôpital in Môtiers, dessen mineralischen Charakter er liebt.

Heute ist der Restaurantbetrieb sein Beruf. «Ich habe nie versucht allein von Musik zu leben. Ich habe einen Beruf, der mir eine Stabilität im täglichen Leben bietet und die Flexibilität meine Leidenschaft gelassen auszuleben», erklärt Léonard. Seine Rückkehr zu Les Trentenaires, wo er debütiert hatte, signalisiert einen Richtungswechsel vom Universum des Weins zu dem des Biers. «Bier bietet eine ganze Palette von Varietäten und Geschmäckern, die es zu entdecken gilt und dem Publikum kundgetan werden müssen.», sprudelt er vor Neugierde. «Ich habe Lust das Wirtepatent zu erwerben und, warum nicht, eines Tages meinen eigenen Betrieb zu eröffnen.», vertraut mir der junge Mann an.

 

Zurück zu den Quellen, in Musikform

Nach dem Trip durch Fernsehen und Medien hat Léonard genügend Abstand gewonnen, um die Welle der Sichtbarkeit, die durch «Voice» entstanden ist, vorüberziehen zu lassen. Er ist in seine eigenen Fussstapfen getreten, dass heisst die Wiederaufnahme seines Jobs als Kellner und die Proben mit seiner Gruppe «The Bank ». Die Gruppe wurde so getauft, weil sich das Lokal, wo wir proben, unter einer Bank befindet. Das ist alles!» grinst Léonard. Die Freiburger Formation hat ein Pop-Repertoire mit Anklängen von Jazz und Rythmen aus Groove, Soul und Funk. Das Publikum kann die Kunst von Léonard und seinen Kumpanen am 11. Januar 2020 live im Azimut in Estavayer geniessen.

Alle News

angegliederte Betriebe