Dany Stauffacher - Geniessertreffen

Artikel
Donnerstag 14 Juni 2018
Knut Schwander

Geniessertreffen mit Dany Stauffacher, dem Chef von Sapori Ticino.

 

Von tadelloser Eleganz unter allen Umständen, polyglott, Feinschmecker und voller Humor, das ist Dany Stauffacher, der Chef von S.Pellegrino Sapori Ticino, einem gastronomischen Festival, das den Luganer Frühling erhellt. Ein Treffen bei den besten Weinen des Tessins in der märchenhaften Umgebung der Villa Principe Leopoldo.

Wir waren fünf Freunde und dazu entschlossen, die Tessiner Gastronomie zu fördern. Aber nach der ersten Ausgabe haben die vier anderen gesagt: «Wir kommen wieder, aber nur zum Essen», amüsiert sich Dany Stauffacher. Also hat er alles in die Hand genommen, mit einem unglaublichen Erfolg. Ein bisschen ein Dandy, ein bisschen ein Schauspieler und leidenschaftlicher Gastronom ist dieser Luganer Vater von zwei inzwischen erwachsenen Kindern und der Mann, der jedes Jahr das gastronomische Festival Sapori Ticino auf die Füsse stellt.

So hat er ganz natürlich eines der besten Restaurants der Region für unser Treffen gewählt : die wunderschöne Villa Principe Leopoldo, das Gebäude, welches der Schwager des Kaiser Wilhelm, der Prinz Leopold von Hohenzollern, sich auf den Anhöhen Luganos hat errichten lassen und das ein legendäres Fünf-Sterne-Hotel geworden ist. Ein talentierter Chef, Dario Ranza (17/20 im GaultMillau) vollbringt in der Küche Wunder. Im Esssaal herrscht redselig Gabriele gleich der stattlichen Erscheinung des Schauspielers Vittorio Gassmann und im Besitz unvergleichlicher önologischer Kenntnisse. Auf der enzyklopädischen Karte, die natürlich dem Tessin auf den Grund geht, aber auch anderen Schweizer Kantonen Genüge tut, macht er Funde und fördert Seltenheiten zu Tage, denen die Stammgäste erliegen.

Aber kommen wir zurück zu Dany Stauffacher und zu Lugano, Stadt des Genusses. Der Meister der Tessiner Gastronomie hat nicht bis zum Jahr 2018 gewartet, um die grössten Chefs der ganzen Welt zu den bezaubernden Ufern des Luganer Sees zu locken. Zum zehnjährigen Jubiläum, zum Beispiel, hatte er beschlossen einen grossen Coup zu landen. Mission erfüllt: Er hat es geschafft zehn Küchenchefs mit jeweils drei Sternen im Michelin zu sich zu holen! Wie hat er das gemacht? Ein gutes Adressbuch, Beziehungen, die sich im Laufe der Jahre in der hohen Gastronomie entwickelt haben, ein eiserner Wille und ein Hauch von Magie. Denn man muss etwas von einem Zauberer haben, damit die Türen sich einem dann auch öffnen.

Es widersteht einfach niemand Dany Stauffacher. Er spricht alle Sprachen und sehr gut, mit nur dem Anflug eines italienischen Akzents, der ihn sofort sympathisch macht. Er versteht es mit einem begeisterten Ausdruck den langweiligsten Gesprächspartnern des Universums zuzuhören. Er hat das Geschick eines erfahrenen Diplomaten, um das auszuhandeln, was er will. Er hat die Hartnäckigkeit, die schliesslich über diejenigen siegt, die sich bis dahin seinem Willen nicht gebeugt haben. So hat er es auch dieses Jahr wieder geschafft Chefs von den Malediven, aus Frankreich, Dänemark, Spanien, Slowenien, Deutschland, Italien und der Schweiz zum Kommen zu veranlassen.

Ein unglaublicher Erfolg für diesen Unternehmer, der seine berufliche Karriere hingegen in Sportkleidung begonnen hatte! «Ich reiste viel in China, Thailand und den USA. Am Abend war ich im Allgemeinen alleine. So habe ich mir zum Trost gute Restaurants gegönnt. Auch wenn das Geschäft nicht gerade sehr gut ging, habe ich eine gute Flasche getrunken! Eine Ausbildung «am Arbeitsplatz», die Früchte getragen hat. Dem «street-food» entgegengesetzt, «Einer amerikanischen Mode, die es erlauben sollte, da zu essen, wo es keine Restaurants gibt und die heute genau im Stadtzentrum eine Konkurrenz vor den Toren der Restaurationsbetriebe bildet», ist er ein entschiedener Befürworter von guter Küche.

In seinen Augen ist gute Küche nicht unbedingt identisch mit Sterneküche: «Ich habe zum Beispiel einigen guten Tessiner Chefs vorgeschlagen mit Ihrer Version von Buletten zu kommen! Weil es sich um ein universelles Gericht handelt und es in allen Ländern, die ich kenne, Varianten davon gibt. Das ist einfach, aber so gut, wenn es gut gemacht ist! Meine Idee besteht darin zu zeigen, dass gute Küche nicht unbedingt Luxusprodukte oder komplizierte Zubereitungsweisen bedeutet, sondern Fachkompetenz und den Willen Emotionen hervorzurufen. »

Salute!

 

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